Breslau, Kreisau und Riesengebirge. Klassenfahrt
Breslau/Wrocław – Stadt der Begegnungen und Kulturlandschaft Schlesiens. Die dramatische europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts am Beispiel einer einzigen Stadt. Der Zweite Weltkrieg, Vertreibungen, der „Eiserne Vorhang“, Wiederaufbau, Kommunismus und der lange Prozess der deutsch-polnischen Versöhnung.
Wrocław (ehemals Breslau) ist ein besonders geeigneter Lernort für eine schulische Bildungsreise im europäischen Kontext. Die Stadt ermöglicht eine exemplarische Auseinandersetzung mit zentralen Themen des Lehrplans: Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Vertreibung, Kalter Krieg, Erinnerungskultur sowie deutsch-polnische Beziehungen.
Bis 1945 war Breslau eine überwiegend deutsche Stadt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wrocław zu einem Symbol von Vertreibung, Zwangsmigration und politischer Neuordnung Europas. Als eine der wenigen Städte Ostmitteleuropas erlebte sie eine nahezu vollständige Bevölkerungsumwälzung: Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben, während polnische Neubürger – vielfach selbst Vertriebene aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten – eine zerstörte Stadt übernahmen.
Diese historische Erfahrung macht Wrocław zu einem exemplarischen Ort, um die Folgen von Krieg, Nationalismus und ideologischer Teilung Europas im Zeitalter des Kalten Krieges zu thematisieren.
Ein zentraler Programmpunkt ist der Besuch von Krzyżowa (Kreisau). Der Ort war während des Zweiten Weltkriegs Treffpunkt des Kreisauer Kreises, einer deutschen Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. Heute ist Krzyżowa ein internationales Zentrum für Jugendbegegnung und politische Bildung. Workshops vor Ort ermöglichen Schülerinnen und Schülern eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen Widerstand, Zivilcourage, Demokratie und Verantwortung sowie mit dem deutsch-polnischen Dialog im vereinten Europa.
Ergänzt wird das Programm durch den Besuch der Friedenskirche in Świdnica – UNESCO-Weltkulturerbe und ein herausragendes Beispiel frühneuzeitlicher Religions- und Toleranzgeschichte.
Höhepunkte der Reise
Didaktischer Mehrwert der Reise
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Vertiefung von Kenntnissen zu Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg
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Verständnis für Flucht, Vertreibung und Bevölkerungstransfers nach 1945
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Reflexion über Erinnerungskultur, Verantwortung und Versöhnung
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Förderung historischer Urteilskompetenz und einer europäischen Perspektive
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Stärkung des interkulturellen Lernens sowie der Demokratiefähigkeit
Diese Bildungsreise verbindet historisches Lernen mit politischer Bildung und europäischer Werteerziehung. Sie richtet sich an Schulklassen, die Geschichte nicht nur im Klassenzimmer, sondern an authentischen Orten europäischer Erinnerung erfahren möchten.
1. Tag Breslau
vormittags: Ankunft in Wrocław /Breslau. Transfer zum Hotel. Hotelbezug und Mittagspause
nachmittags: Stadtführung: „Die wechselhafte Geschichte. Unter polnischer, tschechischer, habsburgischer, preußischer und deutscher Herrschaft“ (Marktplatz, Rathaus, Universität mit Aula Leopoldina Sandinsel, Dominsel)
abends: Abendessen und Zeit zur freien Verfügung
2. Tag Breslau
vormittags: Fortsetzung der Führung – Rundgemälde-Panorama von Raclawice, Jahrhunderthalle, „die orange Alternative“, jüdischer Friedhof, neue Stadtbezirke)
nachmittags: „Von Breslau bis Wroclaw“ – Breslau nach dem zweiten Weltkrieg – Gespräch mit einem Historiker
abends: Abendessen und Zeit zur freien Verfügung
3. Tag Breslau - Gross-Rosen - Muhrau - Kreisau - Schweidnitz
vormittags: Fahrt zur Gedenkstätte Rogoźnica/Groß – Rosen. Besichtigung des eh. Konzentrationslagers anschließend Besuch in Morawa/Muhrau – Gespräch mit Gräfin Melitta Sallai, die in ihre alte Heimat zurückkehrte und jetzt als Gründerin der Hl.- Hedwig – Akademie in ihrem Familiengut in sozialen und politischbildenden Projekten engagiert ist.
nachmittags: Krzyżowa/Kreisau – Führung über das Gelände des eh. Landsitzes des Grafen von Moltke und Zentrum der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, heute Internationale Jugendbegegnungstätte. Werkstatt zum Thema: „ Was können wir tun? Civil courage damals und heute“
Weiterfahrt nach Świdnica/Schweidnitz
abends: Abendessen und Übernachtung in Świdnica/Schweidnitz
4. Tag Schweidnitz - Fürstenstein - Krummhübel
Besichtigung der berühmten Friedenskirche in Świdnica / Schweidnitz. Fahrt ins Riesengebirge. Unterwegs Halt in Książ/Fürstenstein – Besichtigung des größten Schlosses Schlesiens. Ankunft in Karpacz/Krummhübel. Wanderung zur Śnieżka/Schneekoppe.
Abendessen und Unterkunft in Karpacz oder Rückfahrt nach Breslau
5. Tag Krummhübel - Agnetendorf - Görlitz
vormittags Fahrt nach Jagniątków/Agnetendorf. Besuch des Gerhard-Hauptmann-Hauses „Wiesenstein”.
Weiterfahrt nach Görlitz.
nachmittags Besichtigung des Schlesischen Museums und die Führung durch die historsche Altstadt. Abendessen und Unterkunft in Görlitz.
6. Tag
Heimfahrt
Andere mögliche Programmbausteine in Breslau:
– Führung zum Thema: „Jüdische Geschichte und Gegenwart in Breslau“ mit Besuch des jüdischen Friedhofes, Synagoge „Zum weißen Storch“ und Gespräch mit einem Vertreter der Gemeinde
– Treffen mit einem Vertreter der deutschen Minderheit in Breslau
– Treffen mit polnischen Jugendlichen
– Gespräch mit einem Historiker zum Thema: „Vertriebene: Deutsche, Polen und andere. Wie sollen wir damit umgehen?“
– Literarisches Breslau – Lesung oder Stadtführung
– Bootsfahrt auf der Oder
Im Preis inbegriffene Leistungen von Marco der Pole:
- 5 Übernachtungen mit Frühstück wie im Programm vorgesehenim ausgewählten Standard (Hotel, Jugendhotel bzw. Hostel)
- 5 x Abendessen im Hotel – oder Stadtrestaurants (3-Gänge-Menü mit Mineralwasser)
- Transfers mit einem privaten Bus wie im Programm vorgesehen
- deutschsprachige Reiseleitung
- Stadtführungen mit qualifiziertem Guide wie im Programm vorgesehen
Eintritte zu den besuchten Sehenswürdigkeiten
Treffen mit einem Gesprächspartner in Breslau
Im Preis nicht inbegriffen:
- Hin- und Rückreise (fakultativ, auf Anfrage)
- Kranken- , Unfall – und Reiserücktrittsversicherung
- Mittagessen
- zusätzliche Getränke zum Abendessen


