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Altstadt – historisches Stadtzentrum

Krakau verfügt über eine Vielzahl von original erhaltenen Bauwerken aus den verschiedensten Zeitepochen und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Folgenden werden die bedeutendsten und interessantesten Sehenswürdigkeiten vorgestellt.


Barbakane und Florianstor

Ausgangspunkt eines beliebten und empfehlenswerten Stadtrundgangs ist die Krakauer Barbakane. Dieser Verteidigungsturm ist ein bedeutendes Denkmal der europäischen Wehranlagenarchitektur und war früher durch einen Mauergang mit dem nahegelegenen Florianstor verbunden. Zusammen mit der Barbakane bildete es das Krakauer Ehrentor, durch das sowohl die Könige und ihr Geleit als auch Gesandte in die Stadt einzogen. Das Florianstor ist das einzige noch erhaltene Stadttor Krakaus.

Geht man von dort die Floriansgasse entlang, so stößt man nach wenigen Metern auf den Hauptmarkt (Rynek Główny).


Der Hauptmarkt und die Tuchhallen

Der Krakauer Marktplatz gehört mit einer Fläche von etwa 4 Hektar zu den größten in Europa und wurde zur Zeit der Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1257 angelegt. Über Jahrhunderte hinweg war er das Zentrum des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens in Krakau. Auch die zentrale Hinrichtungsstätte befand sich hier.

Im Zentrum des Platzes stehen die Tuchhallen (Sukiennice), das älteste Handelshaus der Stadt. Sie wurden bereits im 13. Jahrhundert errichtet, fielen jedoch im Jahr 1555 einem Brand zum Opfer. Ihre heutige Gestalt verdanken sie einem Entwurf italienischer Architekten der Renaissance. Heute befindet sich in der oberen Etage die Nationalgalerie, während im Erdgeschoss zahlreiche Kramläden mit Souvenirs und Kunsthandwerk untergebracht sind.


Marienkirche

An der Nordostseite des Hauptmarktes steht die Marienkirche. Die Hauptpfarrkirche Krakaus wurde etappenweise von der Mitte des 13. bis zur ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut und ist ein Zeichen des damaligen Reichtums und Ansehens der Krakauer Bürgerschaft.

Die dreischiffige Basilika ist hauptsächlich durch den spätgotischen Flügelaltar des Nürnberger Künstlers Veit Stoß bekannt, der in den Jahren 1477–1489 entstand. Hinter dem Altar befinden sich wertvolle mittelalterliche Glasfenster aus dem Ende des 14. Jahrhunderts.

An der Westseite der Kirche stehen zwei unterschiedlich hohe Türme. Der höhere Turm diente früher als Wachturm und ist bekannt für das Trompetensignal, das zu jeder vollen Stunde in alle vier Himmelsrichtungen geblasen wird.


Rathausturm

Auf der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes befindet sich der Rathausturm. Er ist ein Überbleibsel des alten Krakauer Rathauses, das im 19. Jahrhundert abgetragen wurde. Das im 14. Jahrhundert errichtete Gebäude war einst Sitz des Bürgermeisters und der Stadtverwaltung.

Im Keller befanden sich früher eine Folterkammer und ein Gefängnis. Später wurden die unterirdischen Gewölbe durch den Ausschank des berühmten Schweidnitzer Bieres bekannt.


Allerheiligenplatz und Dominikanerkirche

Verlässt man den Hauptmarkt über die Grodzka-Straße in Richtung Wawel, gelangt man nach wenigen Schritten auf den Allerheiligenplatz.

Auf der linken Seite befindet sich die Dominikanerkirche. Die Brüder des Dominikanerordens kamen im Jahr 1222 nach Krakau. Die heutige dreischiffige Basilika wurde von der Mitte des 13. bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut. Mehrere Brände zerstörten die ursprüngliche Ausstattung, so fiel unter anderem die gotische Innenausstattung einem Brand im Jahr 1850 zum Opfer.

Sehenswert ist die bronzene Grabplatte des Filippo Callimachus neben dem Eingang zur Sakristei. Sie wurde in der Nürnberger Vischer-Werkstatt nach einer Idee von Veit Stoß gegossen. Außerdem befinden sich in der Kirche Kapellen aus der Renaissance und dem Barock sowie gotische Kreuzgänge des angrenzenden Klosters.


Franziskanerkirche

Auf der gegenüberliegenden Seite des Allerheiligenplatzes, neben dem ehemaligen Palast der Familie Wielopolski – heute Sitz des Präsidenten der Stadt Krakau und der Stadtverwaltung –, befindet sich die Franziskanerkirche.

Diese mächtige gotische Klosterkirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts von Herzog Bolesław dem Schamhaften gegründet. Auch sie wurde durch den Brand von 1850 schwerbeschädigt. Die heutige Innenausstattung stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist im neogotischen Stil gehalten.

Besonders sehenswert sind die Wandmalereien im Hauptschiff, das Presbyterium und das Transept sowie die monumentalen Glasfenster von Stanisław Wyspiański, einem der bedeutendsten Vertreter des Jugendstils in Polen. Auch der gotische Kreuzgang mit einer Galerie von Porträts der Krakauer Bischöfe und Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert ist bemerkenswert.


Andreaskirche und Kanonicza-Straße

Auf dem Weg zum Wawelhügel passiert man die Andreaskirche, die durch ihre zwei romanischen Türme einen unverwechselbaren Charakter besitzt. Im Mittelalter bildete sie das Zentrum der Siedlung Okół. Im Jahr 1241 widerstand sie einem Angriff der Tataren und diente den Bewohnern Krakaus als Zufluchtsort.

Weiter führt der Weg in die Kanonicza-Straße. Sie entstand bereits im frühen Mittelalter in einer Siedlung zwischen der Stadt Krakau und der Wawelanhöhe. Im 14. Jahrhundert errichteten hier die Domherren des Krakauer Kapitels ihre Residenzen. Viele Gebäude weisen bis heute interessante architektonische Details auf, und die Straße besitzt eine besondere Atmosphäre.


Jagiellonen-Universität

Die Jagiellonen-Universität, früher Krakauer Akademie genannt, wurde im Jahr 1364 von König Kazimierz dem Großen gegründet und war nach der Universität Prag die zweite Hochschule in Ostmitteleuropa.

Nach ihrer Erneuerung durch König Jagiełło im Jahr 1400 wurde sie in der Nähe der Annenkirche angesiedelt. Im 15. Jahrhundert erlebte die Universität eine Blütezeit, insbesondere in den mathematischen und astronomischen Wissenschaften. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts studierte und wirkte Nikolaus Kopernikus in Krakau.

Nach einem Niedergang im 17. und frühen 18. Jahrhundert wurden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Reformen im Geist der Aufklärung durchgeführt. Heute ist Krakau eine bedeutende Universitätsstadt mit rund 120.000 Studierenden.


Collegium Maius

Das Collegium Maius in der ul. Jagiellońska ist das älteste erhaltene Universitätsgebäude und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die vierflügelige Anlage diente sowohl als Wohnort für Professoren als auch als Lehrgebäude.

Im Erdgeschoss befanden sich Hörsäle, im Obergeschoss die Wohnräume der Professoren sowie ein gemeinsamer Speisesaal, die sogenannte Stuba Communis. Der Arkadenhof vermittelt bis heute einen Eindruck der historischen Atmosphäre.

Heute beherbergt das Gebäude das Museum der Jagiellonen-Universität mit wertvollen Exponaten, darunter der Universitätsschatz, alte Rektorenzepter und der berühmte Jagiellonen-Globus aus dem 15. Jahrhundert mit einer der ersten Darstellungen des amerikanischen Kontinents.


Collegium Novum

Das Collegium Novum in der ul. Gołębia 24 ist ein neogotisches Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert. Es wurde auf dem Gelände des ehemaligen gotischen Studierendenwohnheims „Jerusalem“ errichtet und zeichnet sich durch eine repräsentative Fassade mit dem Wappen der Universität aus.

Im November 1939 führten die deutschen Besatzer hier die sogenannte „Sonderaktion Krakau“ durch, bei der zahlreiche Professoren und Assistenten verhaftet wurden. Viele von ihnen kamen später in Konzentrationslagern ums Leben.

Heute ist das Collegium Novum Sitz des Rektors, des Senats und der Universitätsverwaltung.


Kirche der heiligen Anna

Die Kirche der heiligen Anna in der ul. św. Anny ist eine prächtige Barockkirche aus dem späten 17. Jahrhundert, die nach Entwürfen von Tylman van Gameren erbaut wurde.

Die dreischiffige Basilika ist in Form eines lateinischen Kreuzes angelegt. Der Innenraum zählt zu den herausragenden Beispielen des polnischen Barock und zeigt die Verbindung römischer und polnischer Kunsttraditionen.

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