Altstadt – historisches Stadtzentrum
2026-04-14

Westerplatte

Westerplatte ist eine Halbinsel an der Mündung der Toten Weichsel in Gdańsk. Hier begann am 1. September 1939 der deutsche Angriff auf Polen und damit der Zweite Weltkrieg in Europa. Der Ort gehört heute als Zweigstelle zum Museum des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk.


Das polnische Munitionsdepot

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Danzig zur Freien Stadt unter dem Schutz des Völkerbundes. Am 31. Oktober 1925 erhielt Polen das Recht, auf Westerplatte ein Munitionsdepot zu unterhalten, die Wojskowa Składnica Tranzytowa. Das Gelände umfasste 60 Hektar bei einem Umfang von 3,5 km.

Der Völkerbundsrat setzte die Besatzung auf 88 Mann fest: zwei Offiziere, 20 Unteroffiziere und 66 Soldaten. Im Sommer 1939 wurde die Halbinsel verstärkt. Nach der historischen Darstellung des Museums des Zweiten Weltkriegs umfasste die Besatzung 1939 mehr als 200 Personen.


Der 1. September 1939

Am frühen Morgen des 1. September 1939 eröffnete das deutsche Schulschiff „Schleswig-Holstein“ unter dem Kommando von Gustav Kleikamp das Feuer auf die Halbinsel. Die ersten Granaten schlugen an der südöstlichen Seite ein. Die historische Darstellung des Museums des Zweiten Weltkriegs nennt 4.48 Uhr als Zeitpunkt des Beschusses.

Die Besatzung unter Major Henryk Sucharski und seinem Stellvertreter, Kapitän Franciszek Dąbrowski, hielt sieben Tage. Am 7. September 1939 kapitulierte sie. Auf polnischer Seite fielen mindestens 15 Soldaten, mehrere Dutzend wurden verwundet. Die deutschen Verluste sind nicht vollständig geklärt.


Ein Ort der polnischen Erinnerung

Nach 1945 wurde Westerplatte zu einem zentralen Ort der polnischen Kriegserinnerung. Im Juli 1946 entstand an der Stelle der zerstörten Wachstube Nr. 5 ein symbolischer Friedhof mit einem Kreuz und den Namen der gefallenen Verteidiger.

Am 9. Oktober 1966 wurde auf einem etwa 22,5 Meter hohen Hügel das Denkmal der Küstenverteidiger eingeweiht. Es ist 25 Meter hoch und besteht aus 236 Granitblöcken; entworfen haben es Adam Haupt, Franciszek Duszenko und Henryk Kitowski. 1971 wurde die Urne mit der Asche von Major Sucharski auf Westerplatte beigesetzt. 1981 stellte die Solidarność-Bewegung am Friedhof erneut ein Kreuz auf.


Was heute zu sehen ist

Westerplatte ist ein historisches Freigelände. Seit Februar 2026 wird hier gebaut; die Zufahrt an der ul. Sucharskiego ist auf Höhe des Besucherzentrums gesperrt. Verfügbar ist der Parkplatz am Besucherzentrum; die bisherigen Parkplätze an der Busschleife und der zentrale Parkplatz sind gesperrt. Beachten Sie die Beschilderung und betreten Sie das eingezäunte Baugelände nicht. Für die Anreise gelten die aktuellen Hinweise des Museums (Informationen geprüft am 7. September 2026). Erhalten sind Ruinen der Kaserne und mehrerer Wachstuben sowie Reste der Befestigungen. Die Wachstube Nr. 1 wurde in den 1960er Jahren um einige Dutzend Meter versetzt, weil an ihrem ursprünglichen Standort der Hafenkanal erweitert wurde; sie beherbergt heute eine kleine Ausstellung.

Seit dem 1. September 2009 zeigt die Freiluftausstellung „Westerplatte: Kurort – Bastion – Symbol“ die Geschichte des Ortes in vier Abschnitten: die Entstehung der Halbinsel und das Seebad bis zum Ersten Weltkrieg, die Zeit der Składnica in der Zwischenkriegszeit, die Kämpfe im September 1939 und schließlich die Rolle des Ortes in der polnischen Erinnerung zwischen 1945 und 1989.


Einordnung für Gruppen

Westerplatte lässt sich gut mit dem Museum des Zweiten Weltkriegs in der Innenstadt von Gdańsk verbinden. Das Museum ordnet den Kriegsbeginn in den größeren Zusammenhang ein, die Halbinsel zeigt den konkreten Ort. Für deutsche Gruppen ist der letzte Abschnitt der Freiluftausstellung besonders aufschlussreich: Er behandelt, wie die Erinnerung an Westerplatte nach 1945 politisch geformt wurde.

Für die Reiseplanung: Klassenfahrt nach Danzig. Den Besuch von Westerplatte können Sie bei der Abstimmung Ihres Gruppenprogramms ansprechen.

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